WUSSTEN SIE SCHON?

Schönheitsfehler im Holz, die keine sind:

Trockenrisse
Beim Trocknungsprozess können aufgrund einer nicht gleichmäßigen Holzstruktur Trockenrisse entstehen. Je nach Holzart und Standort des Produktes (z.B. sonniger oder schattiger Standort) kann dies unterschiedlich stark auftreten und auch wieder vergehen. Auch durch Veredelungsverfahren kann dies nur reduziert werden. Nach DIN 4074 sind solche Risse grundsätzlich zulässig, die die Statik und Haltbarkeit nicht negativ beeinflussen.

Holzinhaltsstoffe
Je nach Holzart sind im Holz verschiedene Inhaltsstoffe gebunden, die durch Bewegung austreten können. Bei stark gefärbten Hölzern, wie z.B. Bangkirai sind Verunreinigungen an Pflasterflächen etc. möglich. Auch daher muss Regenwasser abgeführt werden. Des weiteren ist zu empfehlen, bei deckenden Anstrichen, eine Grundierung sowie einen Absperrgrund aufzutragen. Der verhindert ein Durchschlagen der Inhaltsstoffe.

Schimmel und Bläue
Das Holz ist durch die Imprägnierung gut geschützt. Bei kesseldruckimprägnierten Hölzern können während der Lagerung aber oberflächliche Stockflecken und Schimmel entstehen. Die ggf. hohe Restfeuchte im Holz begünstigt dies. meist lässt sich der oberflächliche Schimmel nach der Trocknung leicht entfernen. Die Optik gleicht sich durch die Bewitterung nach kurzer Zeit wieder an. Bei unbehandelten Hölzern können punktuelle sowie streifige Verfärbungen durch den Bläuepilz entstehen. Um das zu vermeiden, muss eine Grundierung mit vorbeugendem Bläueschutz aufgetragen werden.

Quell- und Schwindverhalten
Eine für Holz typische Eigenschaft ist die Volumenveränderung durch Feuchtigkeitsaufnahme bzw. Trocknung. Je nach Feuchte des Materials können Bauteile unterschiedlich stark “arbeiten”. Ein frisch eingeschnittenes Kiefernbrett hat z.B. bei einer Feuchtigkeitsabnahme von 10% ca. 4% seiner einstigen Stärke verloren. Bei der Druckimprägnierung wird das Holz voll gesättigt. Es weist daher nach Trocknung die größten Schwingungen auf- Bei der Verarbeitung muss diese mögliche “Bewegung” konstruktiv berücksichtigt werden.

Raue Oberfläche
Die Oberflächen von gehobelten/gefrästen Hölzern kann trotz großer Sorgfalt und scharfer Werkzeuge teilweise raue Stellen aufweisen. Gerade im Astbereich oder entgegen der Bearbeitung gerichteten Holzfasern sind je nach Holzart raue Stellen oder kleine Faserausrisse möglich.

Salzausblühungen
Bei kesseldruckimprägnierten Hölzern können oberflächliche, weiß bis grünliche Ausblühungen auftreten. Es handelt sich dabei um austretendes Harz, das sich mit den Inhaltsstoffen der Imprägnierung gemischt hat. Die in der Imprägnierung gelösten Kupfersalze oxidieren an der Oberfläche zu hellgrünen Flecken und wittern nach einiger Zeit ab.

Holzeigenschaften von:

Kiefer
Mittelschwer und mäßig hart. Harzhaltig. Mit guten Festigkeits- und Elastizitätseigenschaften. Nur wenig schwindend und mit gutem Stehvermögen. Bearbeitung und Oberflächenbehandlung können durch höheren Harzgehalt erschwert bzw. gestört werden. Der Witterung ausgesetzt ist das Kernholz gut dauerhaft; das Splintholz ist dagegen nicht witterungsfest und außerdem stark bläueempflindlich, jedoch leicht zu imprägnieren. Im Erdkontakt Kernholz nach DIN-EN-350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch mit zu erwartender Standzeiten zwischen 3 und 8 Jahren.
Bevorzugte Verwendung im Außenbereich: Rammpfähle, Masten, Palisaden und Pfähle, Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung und Kinderspielplätze.

Fichte
Mittelschwer und weich. Mit im Verhältnis zum relativ geringen Gewicht günstigen Festigkeit- und Elastizitätseigenschaften, worauf sich die hervorragenden Eigenschaften der Fichte als Bau- und Konstruktionsholz begründen. Zudem nur wenig schwindend und nach der Trocknung mit überwiegend gutem Stehvermögen. In jeder Hinsicht problemlos zu verarbeiten. Ebenso bereitet die Behandlung der Oberfläche keinerlei Probleme. Wenig witterungsfest, so dass bei Verwendung im Außenbereich auf einen wirkungsvollen Schutz durch baulich-konstruktive und gegebenenfalls chemische Schutzmaßnahmen zu achten ist. Standzeiten zwischen 3 und 5 Jahren.
Bevorzugte Verwendung im Außenbereich: Fassadenbekleidung, Balkone, Masten, Reb- und Obstbaumpfähle, Lärmschutzwände, Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung und Kinderspielplätze.

Douglasie
Mittelschwer und ziemlich hart. Harzhaltig. Mit guten Festigkeit- und Elastizitätseigenschaften. Mäßig schwindend und mit gutem Stehvermögen. Bearbeitbarkeit unterschiedlich; engringiges Holz gut und sauber, grobringiges astiges Holz schwieriger zu bearbeiten. Der Witterung ausgesetzt ist das Kernholz von guter Dauerhaftigkeit. Im Erdkontakt je nach Herkunft, Kernholz nach DIN-EN-350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 bzw. 3 und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 3 und 8 Jahren.
Bevorzugte Verwendung im Außenbereich: Außenfassaden, Balkone, Rammpfähle, Masten und Pfähle, im geringen Umfang auch für Einrichtungen und Geräte für die Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung und Kinderspielplätze.

Lärche
Schwerstes und zugleich härtestes einheimisches Nadelholz. Harzhaltig. Mit guten Festigkeit- und Elastizitätseigenschaften. Mäßig schwindend und mit allgemein gutem Stehvermögen. Meist gut zu bearbeiten. In hohem Maße resistent gegenüber Chemikalien. Kernholz witterungsbeständig und unter Wasser von hoher, der Eiche vergleichbarer Dauerhaftigkeit. Im Erdkontakt ja nach Herkunft, Kernholz nach DIN-EN-350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 3 und 8 Jahren.

Eiche
Mittelschwer bis schwer und hart. Mit ausgezeichneten Festigkeit- und Elastizitätseigenschaften und hohem Abnutzungswiderstand. Wenig schwindend und mit allgemein gutem Stehvermögen. Leicht und sauber zu bearbeiten. In Verbindung mit Feuchtigkeit ergeben Eisenmetalle blauschwarze Reaktionsflecken; umgekehrt wirkt das Holz korrodierend auf das Eisen. Kernholz hoch witterungsbeständig, unter Wasser nahezu unbegrenzt haltbar. Im Erdkontakt Kernholz nach DIn-EN-350-2 Dauerhaftigkeitsklasse 2 und ohne chemische Holzschutzmaßnahmen gemäß DIN-Freilandversuch mit zu erwartenden Standzeiten zwischen 8 und 13 Jahren.

Zur Verwendung natürlich dauerhaften Holzarten gilt:
Die Zuordnung von Holzarten zu den Dauerhaftigkeitsklassen nimmt EN 350-2 vor
Dauerhaftigkeitsklasse 2 für Bongossi, Eiche, Edelkastanie
Dauerhaftigkeitsklasse 3 für Douglasie (vom Naturstandort Nordamerika)
Dauerhaftigkeitsklasse 4 für Douglasie (Europa), Kiefer, Lärche

Zur Gefährdungsklasse 4 ist nachzulesen:
Dauerhaftigkeitsklasse 2: Natürliche Dauerhaftigkeit üblicherweise ausreichend, aber unter bestimmten Gebrauchsbedingungen kann eine Behandlung empfehlenswert sein.

Dauerhaftigkeitsklasse 3: Eine Schutzbehandlung ist üblicherweise empfehlenswert, aber unter bestimmten Gebrauchsbedingungen kann die natürliche Dauerhaftigkeit ausreichend sein.

Dauerhaftigkeitsklasse 4: Schutzbehandlung notwendig.

Anmerkung: Das Splintholz aller Hölzer sollte als Dauerhaftigkeitsklasse 5 angesehen werden.